Der Winter ist zurück. Tiere in Not!

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Als ich vor ein paar Tagen trotz der frostigen Temperaturen frohgelaunt meines Weges durch den tiefen Schnee stapfte, welcher ein schöner Pfad, soweit es einen solchen in der Stadt Mönchengladbach den überhaupt gibt, war, staunte ich nicht schlecht, als ich ein von gemeiner Hand ausgesetztes armes und wehrloses Geschöpf im Geäst eines Strauches feststecken sah.
Es regte sich nicht, trotz meiner manigfaltigen Versuche seine Aufmerksamkeit auf mich zu lenken um es aus seiner tiefen Depression und die Ergebenheit in sein Schicksal zu rütteln und so wieder einen Funken der Hoffnung, einen Lebensfunken zu wecken. Aber ich mußte einsehen das alle meine Bemühungen vergebens waren und so sprach ich dem armen Tiere noch Trost zu, damit es beim scheiden von dieser Welt zumindest noch die Erfahrung von tiefer und echter Anteilnahme an sein Schicksal, also Menschlichkeit im positiven Sinne, erfahren durfte.
Auch mußte ich mich beeilen, der naheliegende Lebensmitteldiscounter schloß bald und erschüttert von dem soeben erlebten beschloß ich den Abend nicht ohne das eine oder andere Glas schweren roten Weines und Musik von Bauhaus und Joy Division zu beenden um so besser mit der Welt und den Schicksalschlägen die so manches Wesen erleiden muß zu hadern.

Ein paar Tage später ging ich durch den hiesigen nebeltrüb verhangenen Wald, den Kopf noch schwer des Weines, so dass es mir nicht leicht fiel selbigen aufgrund der unheimlichen Geräusche angstvoll von links nach rechts zu wenden, wusste ich doch nicht ob der gemeine Lump vielleicht auch hier und jetzt wandelte um sein Unwesen zu treiben. Ich sah mich im Geiste schon mit einem Dolche von Mörderhand niedergestreckt und in das ob seiner Schneelast sich arg hängen lassende Geäst gezwängt. Wer weiß ob der nächste einsame Wanderer sich meiner so erbarmen würde, wie ich es dem Tiere gegenüber tat? Weihnachten ist schon lange vorbei und die großen offenen Herzen wieder klein und verschlossen.

Meinend auf jedes Unbill gefasst zu sein muß ich doch zugeben auf das, was sich meinen sich aufgrund der sich anbahnenden Tragödie weitenden Augen darbot nicht gefasst gewesen zu sein.
Eine friedlich asende Schneekuh labte sich an dem reichlich gedeckten Tisch. Kleine Kücken tollten in Vorfreude auf die zu erwartenden Ausscheidungen der Schneekuh in Form von kleinen Schneemännern herum. Ein gar friedliches Bild, fast schon weihnachtlich aufgrund der in ihm inneliegenden Liebe.
Aber ich sah das Raubtier, welches sich vorsichtig an diesen Ort der Liebe und Harmonie anpirschte, an seinen gedeckten Tisch! Ich wollte noch rufen, eine Warnung aussprechen, aber mir stockte der Atem ob des zu erwartenden Gemetzels. So kam jede Hilfe für diese armen wehrlosen Kreaturen zu spät, niedergemäht vom Fleischfresser. Ausgelöscht dies junge Leben. Röchelnd in seinem Blute die Schneekuh, vielleicht die letzte ihrer Art?
Aber kann man diesem blutsaugendem Räuber wirklich böse sein? Steckt es doch in seiner Haut und kann nicht raus. Selber ein Opfer der Umstände, der Evolution, die ihn zu dem gemacht hat was es nun ist.
Ich denke dies muß und will ausdiskutiert werden. Vielleicht später mit mir bei dem einen oder anderen Glas schweren roten Wein und mit Musik von …?

Update 26.01.2013: Wer sich nun denkt „solche Abenteuer möchte ich auch mal erleben“, dem kann geholfen werden. Einfach in den nächsten Wald gehen und wenn man Glück hat, dann kann man das dortige wilde Leben von Fauna und Flora erfahren. Oder einfach mal Nachts durch bestimmte Gegenden in seiner Heimatstadt wandeln, da kann man manchmal auch so einiges erleben.  Aber für die Menschen, denen das alles nicht genug ist, für die ist vielleicht diese Youtube-Videozusammenstellung der gefährlichsten Orte der Welt was: Hier. Jetzt ist aber sicher Zeit um von seinen Abenteuern zu entspannen, das geht am besten an sicheren Orten. Die 5 sichersten Orte sind vielleicht hier zusammengestellt.

Und wenn einem jetzt klar geworden ist, ich bin doch kein Held aus dem Marvel-Universum, dem kann geholfen werden:
‚Auch der tapferste Mann, den es gibt, schaut mal unters Bett.‘, so sagte zumindest Erich Kästner in seinem Gedicht ‚Helden in Pantoffeln‚.

Update 09.02.2013: Was mich ein bisschen wundert ist das niemand (auch nicht in den paar Mails zu diesem Blogartikel) mich gefragt hat, was denn eine Schneekuh ist und ob es die wirklich gibt. Gesehen haben sie wohl die wenigsten, selbst die Ausscheidungen in Form von kleinen Schneemännern (und sicher auch Schneefrauen) werden eher übersehen.
Aber vielleicht liegt es ja einfach daran, das die Schneekuh ein arg scheues Tier ist und die Schneemänner und -frauen recht klein sind und dem unaufmerksamen Auge als solches leicht entgehen. Vielleicht sind die im beginnenden Frühjahr aus den letzten Resten der Schneedecke herausbrechenden Schneeglöckchen (von denen es auch eine kleine Art gibt) in Wirklichkeit blütenlos und haben stattdessen die letzten Schneemänner und-frauen auf ihren grünen Pflanzenspitzen?
Es gibt einfach noch zu viele Geheimnisse auf dieser Welt, wir sollten (nicht nur) im kommenden Frühjahr mit noch offeneren Augen durch selbige gehen :).

Apropros Geheimnisse, wenn sich nun jemand fragen sollte ‚wie kommt man nur auf sowas?‘, dem kann ich hier antworten ‚alles schon mal irgendwie so ähnlich gesehen und für gut befunden‘ :). In letzter Zeit hatte ich z.B. folgendes im Netz gesehen und mich davon inspirieren lassen, auch wenn die folgenden Links viel besser sind als mein kleiner Blogartikel.

Ein Artikel bei Pakami der auf ein Youtube-Video über den britischen Straßenkünstler Slinkachu verweist. Hier ist der entsprechnde Blog von Slinkachu.
Wenn man das mag, dann gefällt einem vielleicht auch dies von Frank Kunert? Oder diese etwas andere Form von Streetart?

Zum Schluß vielleicht noch ein paar Worte des Trostes (…ob die wirklich trösten, man kann da wohl auch seine Zweifel haben ;) ).

Die Welt bleibt nicht stehen, es gibt immer Veränderungen.

Vielleicht schlagen in nicht zu ferner Zukunft die süßen kleinen gelben Küken zurück? Herden von vormals so liebreizendem und scheuem Getier mit blutrot verschmierten Schnäbeln hetzen hinter den ehemaligen sogenannten Königen, den ehemaligen Spitzen der Nahrungskette, hinterher und treiben dann auch uns Menschen in Verzweiflung. Nix bleibt wie es ist! Funny van Dannen hat das schon mal hier vorweggenommen.

Ostasiatisches Wasserreh. Gemeinfreies Bild.
Bild eines ostasiatisches Wasserrehs aus der Wikimedia, vom Urheber ZeWrestler als gemeinfrei veröffentlicht.

Update 17.03.2013: …das ganze geht auch Unterwasser, man darf dann aber wohl nicht all zu viel Publikum erwarten ;). Hier der flickr-Stream von Jason Isley.

Oder wenn man das (oder ähnliches) mal selber machen möchte, aber denkt, dazu habe ich überhaupt keine Zeit. Das geht immer, sogar schon zum Frühstück …wie hier zu sehen ist :).

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Der Winter ist zurück. Tiere in Not!

5 Gedanken zu “Der Winter ist zurück. Tiere in Not!

    1. Übrigens Laura weist du, das du zeimlich weit oben in der Statistik der Kommentatoren dieses Blogs stehts … hmmm, das spricht jetzt nicht unbedingt für diesen Blog (soviel hast du ja auch noch nicht geschrieben ;) ), aber für Dich :).

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