Der Herbst macht mal wieder alles bunt!

IMG_1995_kleinHerbsttag

Herr: es ist Zeit. Der Sommer war sehr groß.
Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren,
Und auf den Fluren laß die Winde los.

Befiehl den letzten Früchten voll zu sein;
gib ihnen noch zwei südlichere Tage,
dränge sie zur Vollendung hin und jage
die letzte Süße in den schweren Wein.

Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr.
Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben,
wird wachen, lesen, lange Briefe schreiben
und wird in den Alleen hin und her
unruhig wandern, wenn die Blätter treiben.

Rainer Maria Rilke

Musik im Mirabell

Ein Brunnen singt. Die Wolken stehn
Im klaren Blau die weißen zarten.
Bedächtig stille Menschen gehn
Am Abend durch den alten Garten.

Der Ahnen Marmor ist ergraut
Ein Vogelzug streift in die Weiten.
Ein Faun mit toten Augen schaut
Nach Schatten, die ins Dunkel gleiten.

Das Laub fällt rot vom alten Baum
Und kreist herein durchs offene Fenster.
Ein Feuerschein glüht auf im Raum
Und malet trübe Angstgespenster.

Opaliger Dunst webt über das Gras
Ein Teppich von verwelkten Düften.
Im Brunnen schimmert wie grünes Glas
Die Mondessichel in frierenden Lüften.

Georg Trakl

Der Herbst ist der Frühling des Winters.

Henri de Toulouse-Lautrec

Zu obiger kurzer Zeile von Henri de Toulouse-Lautrec hatte ich noch eine andere kurze und irgendwie passende Zeile gefunden, allerdings ist auf der noch ein Copyright des Autors Willy Meurer und ich werde sie somit hier nicht veröffentlichen. Lesen kann man sie aber bei aphorismen.de, die das Recht der Veröffentlichung vom Autor bekommen haben, dazu HIER klicken.

Mykologie. Fliegenpilz.
Einen Fliegenpilz habe ich ja schon lange nicht mehr gesehen. Ich würde ja sagen ich lebe schon zu lange in der Stadt, hier gibt es sowas nicht, wenn ich obigen Pilz nicht in Ritas Garten gesehen hätte. Vielleicht gehören die Pflanzen, wie ja viele Tiere, auch zu den Stadtfolgern? Wobei Pilze natürlich gar keine Pflanzen sind, sondern Biologisch neben Tieren und Pflanzen eine eigenständige Gruppe bilden.
Was auch immer die Pilze und somit auch die Fliegenpilze sind, sie sind auf jeden Fall hübsch :). Und übrigens gar nicht so giftig wie ich dachte – Giftig sind sie trotzdem, also nicht einfach so essen! Sie wurden von vielen Völkern und Volksgruppen nicht nur als Rauschmittel genutzt, sondern früher in Deutschland sogar als Nahrung für verschiedene Speisen genommen und z.B. in Japan passiert das immer noch. Trotzdem gibt es wohl keinen verbürgten Todesfall aufgrund der Einnahme von Fliegenpilz. Dabei ist aber unbedingt die Zubereitung zu beachten, man kann die Giftstoffe ausschwemmen. Da ich aber kein großer Kochkünstler bin und keine Verantwortung für irgendwelche auftretende Gebrechen übernehmen möchte folgen hier keine Fliegenpilzrezepte. Also nicht essen!

Etymologie. Woher kommt das Wort ‚Herbst‘?
Es bezeichnete ursprünglich mal in verschiedenen Sprachen (auch im deutschen) die Erntezeit. Diese landwirtschafltiche Bedeutung hat sich im deutschen geändert, wohingegen sie im englischen erhalten blieb (siehe z.B. bei leo.org den Begriff harvest).

Klimatologie. Weshalb ist es im Winter kalt und im Sommer warm?
Das liegt natürlich nicht, wie ich allerdings früher (sehr viel früher!) dachte, an der unterschiedlichen Entfernung zur Sonne aufgrund der Achsneigung. Die Achsneigung ist so gering, dass das hierbei (die Entfernung) nichts ausmacht. Wobei die Achsneigung trotzdem etwas damit zu tun hat; durch sie ist die Sonne im Sommer länger am Himmel und kann die entsprechende Erdhälfte länger aufheizen und im Winter kürzer. Auch ändert sich dadurch zusätzlich der Einstrahlwinkel. Im Sommer ist er mehr Senkrecht, die Sonnenenergie wird auf eine kleinere Fläche verteilt, ist also konzentrierter und im Winter flacher, die Energieleistung der Sonne wird also auf eine größere Fläche verteilt, also ‚ausgedünnt‘.
Lokale Unterschiede trotz gleichen Breitengrades entstehen durch verschiedene geografische Besonderheiten. Also z.B. hier bei uns der Golfstrom, der für gemäßigte Winter sorgt (auch wenn man sich manchmal verdammt kalte Füße und Finger holt) und in Alaska der kalte Humboldstrom. In Sibieren ist es z.B. im Winter sehr kalt, weil es dort keinen Ozean als Wärmespeicher gibt.

Die folgenden Fotos entanden übrigens nicht in Ritas Garten, sondern im naheliegenden Bunten Garten der Stadt Mönchengladbach, der auch einen Botanischen Garten enthält. Dabei ist mir dann aufgefallen, das ich in diesem Jahr viel zu selten in dem schönen Bunten Garten war und kein einziges mal mit einer Kamera. Das muß sich nächstes Jahr ändern.

Links:

http://de.wikipedia.org/wiki/Pilze
http://de.wikipedia.org/wiki/Fliegenpilz
http://www.planet-wissen.de/natur_technik/pilze/gift_und_speisepilze/portraet_fliegenpilz.jsp

http://de.wikipedia.org/wiki/Herbst

http://scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2011/05/11/warum-ist-es-im-sommer-langer-hell/
http://scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2012/04/23/wie-viel-energie-kriegen-wir-von-der-sonne-und-was-stellen-wir-damit-an/
http://frag.wikia.com/wiki/Warum_ist_es_im_Winter_kalt
http://www.tagesspiegel.de/wissen/aha-warum-ist-es-im-winter-kalt/1660436.html

http://gedichte.xbib.de/_Herbst_gedicht.htm
http://www.aphorismen.de/suche?f_thema=Herbst

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